Kultur & Brauchtum

 

Pfarrkirche “St. Blasius“, Vorderburg  

Pfarrkirche St Blasius

Anstelle einer zu klein gewordenen gotischen, aber Ende des 17. Jahrhundert barockisierten Kirche, wurde 1737 die heutige Barockkirche erbaut. Künstler der Malerfamilie Weiß aus Rettenberg schufen die drei Altarbilder und des große Deckengemälde (Leben des Hl. Blasius).
1754 geweiht, kamen erst Ende des 19. Jahrhundert Zugeständnisse an den Zeitgeist in den lichten Raum: Farbige Glasfenster, ein Boden aus “Mettlacher Mosaik“, der Kreuzweg von Ludwig Glötzle.
Der im Kern romanische Turm mit sichtbaren Buckelquadern wurde 1903 mit einer 37 m hohen Holzkonstruktion zu einem imposanten 62 m hohen Spitzturm erhöht.

 

Kapelle St. Nikolaus in Emmereis,
Pfarrei Vorderburg  
 
emmereis St Nikolaus Kapelle
(Foto: Bernd Seberich)
Die älteste Kapelle des Allgäus wurde im 12. Jahrhundert zu Ehren des Patrons der Seefahrer und Wanderer im romanischen Stil erbaut und mit frühgotischen Fresken aus dem Leben des Hl. Nikolaus ausgeschmückt. Die Apsis mit dem Pantokrator und Szenen aus der Offenbarung des Johannes, sowie die “biblia pauperum“ am Chorbogen sind gut erhalten. Der vermutliche Erbauer, der “Schwarze Ritter“ von Emmereis, beheimatet auf einem Drumlinhügel im benachbarten Moor (heute Burgstall) ‚ hat sich in einem Fresko verewigt. Die Kapelle wurde 1724/5 barockisiert und mit einer “Welschen Haube“ versehen. Aus der gotischen Epoche stemmen noch zwei Figuren aus der Schule des Ivo Strigel, die nebst barocken Kostbarkeiten in die renovierte Urfassung übernommen wurden.

 

Kräutermarkt Vorderburg  

Jedes Jahr im Mai lädt die Gemeinde Vorderburg nicht nur die Kräuter- und Gartenfreunde zum traditionellen Vorderburger Kräutermarkt ein. Hier findet nicht nur der Blumenfreund unzählige einheimische und nichteinheimische Kräuter sowie zahlreiche Angebote rund um die Gesundheit, sowie liebevoll selbstgefertigte Sachen zum Verschenken.

Eintritt frei! Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt.

 

Mehr Infos unter www.kräutermarkt.de

 

 

Aus der Geschichte der "Edlen von Rettenberg"

Ende des 11. Jahrhundert wurde am Ostabhang des Rottachberges aus Nagelfluhquadern von einem seit Mitte des 12. Jahrhundert nachweisbaren Rittergeschlecht die “Burg Rettenberg“ erbaut. An ihrem Fuße entstand “Rettenberg vor der Burg“ (seit 1905 nur Vorderburg). Das reich begüterte und edle Geschlecht starb um 1350 im Mannesstamm aus. Die beiden Erbtöchter Elsbeth und Adelheid teilten und verkauften. Seit 1351 gehört die Herrschaft Rettenberg zum Hochstift Augsburg, der Fürstbischof ist auch Landesherr. 1537 erbaute er unten im Dorf das “Amthaus“ für den Pfleger und Amtschreiber. 1562 brannte die Burg ab und wurde dem Verfall überlassen (heute Ruine). Das Amthaus wurde Amtsitz. 1803 säkularisiert ist das wuchtige Haus heute in Privatbesitz. 1803 wurde das Hochstift Augsburg aufgelöst, Rettenberg - Vorderburg kam 1806 zum Königreich Bayern. Mitte des 19. Jahrhundert wurde der Getreidebau eingestellt und auf Milchwirtschaft umgestellt. Die einstigen Burgmühlen wurden in Sägewerke umgewandelt. Von den auf dem Gebiet der Großgemeinde Rettenberg erbauten vier Burgen zeugt nur noch die Ruine Vorderburg von einstigem Ritterglanz.

 

Weitere Kapellen in und um Vorderburg

Auf über 1100 m Höhe liegt die Kapelle “Zur Hlst. Dreifaltigkeit“ in Brosis-Ellegg. 1839 von den Dorfbewohnern erbaut birgt sie Kostbarkeiten aus Gotik und Barock (renoviert). Zum Patrozinium und zur Denkmesse im Herbst kommen viele Gläubige auf die stürmische Höhe.

Etwas tiefer, im Weiler Morgen, wurde 1728 die Marienkapelle zur “Mutter der schönen Liebe“ erbaut (Privatbesitz) mit einem liebevollen, bäuerlich-einfachen Barockaltar und der Statue der Gottesmutter.

In Acker wurde 1852 die Kapelle “Zur Hl. Familie“ erbaut. Der von Amts wegen angeordnete Abbruch der “misslungenen Kapelle“ konnte 1855 verhindert werden. Neugotischer Altar mit Altarbild, wohl vom Wertacher Maler F.S. Lochbihler. Kreuzweg Franz Speiser 1853. Unter der Burg in Großdorf erbauten die Bewohner um 1767 ihre Kapelle mit einem Altar des späten 17.Jahrhundert (im 19. Jahrhundert neugotisch gefaßt) zu Ehren “Christus in der Rast“ mit einer Muttergottes um 1500.

 


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